Herbstwandern im Breitachtal

15.10.2018

Im Herbst kommt die Region zur Ruhe – und doch ist die Jahreszeit voller Leben: Der Nebel legt sich fast undurchdringlich über das Tal, die Zeit scheint stillzustehen. Über kurz oder lang öffnet sich die dicke Decke, schneebedeckte Bergen tauchen vor blauem Himmel auf. Reich an Farben leuchtet die Landschaft im goldenen Herbstlicht. Die Bäume werfen ihre Blätter ab, leicht segeln sie gen Boden, schmücken Felder und Wege. Zart wiegen sich feine, bezaubernde Gräser im orange-roten Kleid. Manches Blümelein ist verblüht, versprüht dennoch seine Schönheit. 


Auf den ausgedehnten Bergwanderungen trifft man nur selten auf andere Menschen: Es ist eine schöne Zeit für die Wildtiere. Da äst das Rotwild, weit darüber bewegen sich die Gämsen. Die Murmele haben den Ausputz hinter sich, liegen nun wohlgenährt und faul in ihren Gängen, schlafen dem Winter entgegen. Aufmerksame Augen entdecken den Kaiser der Alpen, den Steinbock. Gemütlich liegen die mächtigen Leiber zwischen den Felsen, genießen den Herbst mit all seinen Besonderheiten. Es ist immer wieder ein beglückender Anblick. Da und dort hat sich ein einzelner Enzian auf die Bergwiese verirrt und erfreut mit seinem kräftigen Blau. Die Berghütten sind bereits geschlossen oder stehen kurz vor der Schließung. Große Stille mit großer Schönheit liegt über der Natur, befreit und macht Platz für das, was kommen mag. Mit der Klarheit und Weitsicht des Herbstes blicken wir dem entgegen.