Alpabtrieb 2018 im Kleinwalsertal

20.09.2018

Jedes Jahr am 1. September ist Alpabtrieb im Tal der Breitach. Am Tag vorher werden die Tiere direkt zu den Alpen getrieben, die Weideschellen gegen die klanggewaltigen Zugschellen ausgetauscht. In aller Frühe beginnt der ereignisreiche Tag, der für die Älpler ein „Feiertag“ ist. Für die Tiere sicher ein Tag voller Stress, denn der Alpabtrieb ist ein Tag voller Bewegung und Unruhe, im Gegensatz zur Ruhe und Freiheit der langen Alpzeit.

Über 700 Tiere nehmen im Kleinwalsertal Abschied vom Alpsommer und gehen zurück in ihre jeweiligen Ställe und Höfe. Voller Stolz führen die Älpler die Kranzkühe durchs Tal, gefolgt vom Rest der Herde, den Hirten und vielen Helfern. Die geschmückte „Maia-Chua“ ist das untrügliche Zeichen dafür, dass der Alpsommer unfallfrei verlaufen ist.

Am Scheidplatz

Weithin ist der Schellenklang zu hören, jedes Jahr löst das ein ganz eigenes Gefühl in vielen der Zuschauern aus. Unzählige stehen davon an den Straßen, erwarten die dampfenden Herden am Scheidplatz. Kurz zur Ruhe gekommen, geht das eigentliche „Scheiden“ los. Die Tiere werden einzeln durch ein Gatter getrieben, die Zugschellen kommen ab. Der Älpler kennt jedes seiner Tiere, ruft den Namen des Besitzers aus, und rauf geht es auf den entsprechenden Transporter oder Hänger. Hier sind viele Helfer und die Bauern vor Ort, welche das gekonnt regeln – nicht immer im Einverständnis mit dem jeweiligen Vierbeiner.

Das Ende des Sommers

Sind alle Tiere verladen, geht es für die Menschen zum gemütlichen Teil des Tages über. Es wird gefeiert, erzählt, gesungen, gelacht, ausgetauscht und diskutiert.  Große Freude und Erleichterung machen sich breit, aber auch ein Hauch von Wehmut hängt in der Luft. Ist doch eine arbeitsreiche, wunderbare, verantwortungsvolle und unglaublich kostbare Zeit für dieses Jahr vorbei.