Das war der Alpabtrieb 2017

Viehscheid/Alpabtrieb Kleinwalsertal 2017

19.09.2017

Alpabtrieb – das ist ein Tag voller Betriebsamkeit, Aufregung und Emotionen. Der fordernde, anstrengende und wunderschöne Alpsommer ist vorbei. In der Regel verbringen die Tiere 100 Tage auf den Alpen, bevor es zurück in die heimischen Ställe geht.   

Gut genährt und abgehärtet ziehen vier Alpen ab. Als erstes trifft die Mittlere Spitalalpe am Scheidplatz ein. Stolz führt der Hirt ein schön geschmücktes Rind durchs Tal. Die nächste Alpe ist die Bärguntalpe, die größte Alpe des Tales. Flotten Schrittes zieht die Herde von Baad nach Riezlern. Einen wesentlich kürzeren Weg hat die dritte Alpe, die Zwerenalpe. Auch hier führt der Hirte Tobi eine „Maiachua“ (beste Milchkuh). Zuletzt treiben die Älpler von Galtochsenhof ihre Tiere durch das Schwarzwassertal zum Platz.

Weithin sind die prächtigen Zugglocken zu hören, sie kündigen die Herde akustisch an. Bald darauf werden die dampfenden Leiber der Tiere sichtbar, und jedes Jahr ist es auch für den unbeteiligten Zuschauer eine Freude, den Zug der Herde zu beobachten. Routiniert halten die Treiber die Herde unterteilt und doch zusammen. Da und dort ist schnelles Handeln gefragt, denn gerne büxt eines der Tiere auf die angrenzenden Weiden aus, um sich ein bisschen zu stärken. Wer weiß, wie lang der Weg noch ist?
Schmuck und fesch sind die Älpler anzusehen. Egal welches Wetter, die kurze Lederhose und das Dirndl, kombiniert mit Bergschuhen, werden angezogen. Schließlich ist ein Festtag!

Am Scheidplatz angekommen, werden die Tiere auf ein Feld getrieben. Von dort aus geht es in ein enges Gatter, die Zugschellen werden abgenommen. Der Älpler kennt jedes seiner Tiere, ruft den Namen des Besitzers auf und dann geht es in den LKW, den Hänger oder direkt in den Walser Stall.

Sind alle Tiere versorgt, fällt den Älplern eine große Last von den Schultern. Jeder ist ein bisschen traurig, weil die schöne, strenge Zeit vorbei ist, erleichtert, dass die Tiere gesund ihren Besitzern übergeben werden konnten. Ja und dann überkommt sie die große Freude und es wird gefeiert.

Im Festzelt ist alles bereit. Für Essen und Trinken ist gesorgt, die Musik spielt, Freunde warten. Menschen lernen sich in dieser besonderen Atmosphäre kennen, es wird gefachsimpelt, der Sommer wird nachempfunden, sogar der nächste Sommer findet Platz in den Gesprächen.

Vielen Dank für eure Mühen, ihr Älpler!

 

Im Kleinwalsertal findet der Alpabtrieb jährlich am 19. September statt – außer der 19. ist ein Sonntag, dann ist der große Tag am 18. September.