Das Tal war und ist heute noch eine Enklave der Schönheit,
umgeben von einem imposanten Bergkranz. Was heute hier geboten
ist, stellt das Produkt eingefleischten Fleißes der
Walser dar, ererbt von den Ahnen, die Ende des 13. Jahrhunderts
hier eine neue Heimat suchten und aufbauten. Bis dahin unbewohnt,
diente es den Edlen von Rettenberg zur gelegentlichen Jagd.
Die schweizerischen Auswanderer aus dem Kanton Wallis fanden
auf ihrer um 1277 begonnenen Flucht durch Graubünden,
Liechtenstein, den Vorarlberger Gebirgstälern, wie Laternsertal,
Großwalsertal, Damüls und dem Tannberg, von dort
über den Hochalppass kommend, in Mittelberg-Baad eine
neue Heimat. Eine Familie Hans Wüstner waren die ersten
Ansiedler.
Das hochherzige Entgegenkommen der Edlen von Rettenberg bis
1351, dann 100 Jahre die Herren
von Heimenhofen, sicherte den Siedlern die völlige Selbstverwaltung,
niedere Gerichtsbarkeit und das Erblehen für die aus
eigener Kraft urbar gemachte Bodennutzung gegen einen geringen
Naturalzins. Nach den ersten Ansiedlern benannt, hieß
es bei den Wüstnern, die Besiedelung ging von Baad auswärts
nach Riezlern vor sich. Einem Streit zwischen den Herren von
Heimenhofen und dem Herzog Siegmund von Tirol zufolge, kam
das Herrschaftsgebiet Tannberg-Mittelberg, wie es hier nun
hieß, unter Habsburgische Landeshoheit. Viele Vorrechte
der Walser wurden entzogen, bis 1519 der gütige Nachfolger
Kaiser Maximilian I. sie ihnen wieder zurückgab. Während
des 30 jährigen Krieges standen die Walser an der Walserschanz
mehrmals den Schweden und später den Franzosen gegenüber
und verteidigten ihre mit viel Mühe urbar gemachte Heimat.
1878 wurde deutscherseits das Schutzzollgesetz wirksam, ein
volkswirtschaftlicher Rückschlag für die Bewohner
des Tales.
Diesem konnte durch den am 2. Dezember 1890 beschlossenen
und am 1. Mai 1891 in Kraft getretenen Zollanschlußvertrag
wieder wirtschaftlicher Aufschwung gegeben werden.
Das österreichische Zollamt an der Walserschanz wurde
aufgelöst. Die Zollgrenzen verlaufen seitdem auf der
natürlichen Bergkette rings um das Tal. Das ergab natürlich
für das Kleinwalsertal, ausgenommen die Jahre 1938 -
1945, verschiedene Sonderverhältnisse.
Österreichisches Hoheitsgebiet, jedoch wirtschaftlicher
Anschluss an Deutschland.
Österreichische Gendarmerie und deutsche Zöllner
versehen im Tal Dienst. Als Handelsgrundlage gilt einerseits
deutsche Währung andererseits erhält man bei den
Postämtern österreichische Briefmarken. Die Posttarife
gelten sowohl für Osterreich als auch für Deutsch
fand. Nicht weniger interessant ist die Kirchengeschichte
des Kleinwalsertales in der Vergangenheit.
Bis 1822 gehörte es zwei verschiedenen Bistümern
an, und zwar dem Bistum Augsburg und dem Bistum Konstanz 1822
hat man die drei Pfarreien Riezlern, Hirschegg und Mittelberg
geschlossen dem Bistum Brixen zugeteilt. Nach der unglücklichen
Abtrennung Südtirols von Österreich kamen sie zur
Diözese Innsbruck Vikariat Feldkirch Vorarlberg. Durch
die zunehmende Einwohnerzahl und Ansiedlung hat sich auch
die evangelische Kirchengemeinde vergrößert. Der
Bau einer eigenen Kirche kam im Jahre 1953 zur Ausführung.
Die ursprünglichen Walser waren vorwiegend Bauern und
Holzarbeiter z. T. auch Handwerker, die sich, wie schon anfangs
erwähnt, ihren Lebensunterhalt durch harte Arbeit sicherten.
Nach etwa 600 Jahren der Besiedelung kamen nach dem ersten
Weltkrieg die ersten Gäste ins Kleinwalsertal. Eine fast
unglaubliche Entwicklung vollzog sich in diesen vergangenen
fünf Jahrzehnten. Aus dem landwirtschaftlich bewirt schafteten
Tal wurde eine Fremdenverkehrsgemeinde von weltbekanntem Ruf.
Keineswegs ist die Landwirtschaft ausgestorben, sie wurde
vielmehr mit modernisiert, soweit dies die bergige Landschaft
zulässt.
Die Alpwirtschaft hat in den letzten Jahren wieder Aufschwung
erhalten, eine Notwendigkeit zur Erhaltung der Naturschönheit.
Durch eine rege Bautätigkeit nach 1948 erfuhr das Tal
einen bedeutenden Ausbau an Hotels, Pensionen und Privathäusern,
ausgezeichnet -durch ein außerordentliches Hochgebirgsklima,
das dem Erholung suchenden Gast beste Luftqualität bietet.
Die Ortschaften Riezlern, Hirschegg und Mittelberg-Baad,
1080
bis 1250 m hoch gelegen, bilden die politische Gemeinde Mittelberg.
Das Tal hat eine Länge von 15 km und eine Fläche
von etwa 97 km². Der höchste Berg mit 2536 m ist
der Widderstein. 150 km ausgebaute Wander- und Spazierwege,
bieten im Sommer ausreichend Gelegenheit die Naturschönheiten
zu genießen.2 Bergbahnen, 6 Sessellifte und im Winter
27 Schlepplifte erschließen die Bergwelt nach allen
Seiten. 12.500 Betten stehen zur Verfügung und ergeben
die stolze Übernachtungszahl von 1, 9 Millionen pro Jahr.
Trotz der gewaltigen Modernisierung für den Fremdenverkehr
hat sich das Kleinwalsertal seinen ursprünglichen Charakter
bewahrt. Die Bevölkerung pflegt noch mit Liebe das Walser
Brauchtum, rückt seine Folklore, Gesang und Musik in
den Vordergrund, schenkt der althergebrachtes Heimattracht
viel Augenmerk und überträgt dies auf die Jugend.
Nicht vergessen werden darf der Walser Dialekt mit wallisischem
Ursprung unter den Einheimischen. Diese kleine Beschreibung
der jahrhundertealten Geschichte, endend mit dem heutigen,
modernen Zeitalter des Fremdenverkehrs, soll dem Leser einen
kleinen Einblick in das Leben und Schaffen der Kleinwalsertaler
vermitteln.
Die Szenerie : Majestätisch und stolz präsentiert
sich dem ankommenden Besucher der Berg - der 2536 m hohe Widderstein.
An seinem Fuße das idyllische Feriendorf Mittelberg.
Rundherum auf den Almwiesen duftet das frische Heu in der
Sommersonne. Die Natur ist hier noch so wie sie sein soll.
Eine Ferienwelt zum Aufatmen und Aufleben.
Das Kleinwalsertal bietet Ihnen Natur pur. Umgeben vom prachtvollen
Panoramas unserer großartigen Bergwelt, bietet Ihnen
unser Tal alles, um Ihnen einen schönen Urlaub zu bieten
: Eine großartige Landschaft, schöne Feriendörfer,
viele Wandermöglichkeiten, vielfältige Freizeitmöglichkeiten
für die ganze Familie, ...